MS Weltfrieden

MS Weltfrieden

AKTUELLES

Zur Zeit finden nur Fahrten auf Bestellung bzw. Reservierung statt. Es gilt die sächsische Corona-Schutz-Verordnung vom 26.05.2021. Diese Verordnung tritt mit Ablauf des 13.06.2021 (Sonntag) außer Kraft. In Abstimmung mit dem Ordnungsamt der Stadt Leipzig ist es damit gemäß §4(2) SächsCoronaSchVO möglich, zehn Personen, unabhängig der Anzahl der Hausstände, zuzüglich Kindern, die das 14.Lebensjahr noch nicht vollendet haben, an Bord zu nehmen. Weiterhin gilt §5 SächsCoronaSchVO Maskenpflicht und nach §6 SächsCoronaSchVO ein Hygienekonzept. Die Kontakterfassung erfolgt über die Reservierung bzw. analog vor Ort. Ahoi!

Die MS WELTFRIEDEN

Das Fahrgastschiff MS WELTFRIEDEN wurde im Jahre 1945 in Parchim als Küstenwachboot gebaut, damals noch mit einem genieteten Stahlrumpf.
Ende der 1950er Jahre wurde es durch den privat geführten Bootsverleih am Auensee – Lunapark – nach Leipzig überführt und als Fahrgastschiff auf dem Auensee betrieben. Mindestens seit 1963 stand das Schiff im Eigentum des VEB Städtische Bäder der Stadt Leipzig.

Die Stadt Leipzig hat es 1990 außer Betrieb genommen, bis 1994 lag es auf dem Auensee. 1994 verkaufte das städtische Bäderamt das Schiff für DM 250,00 an ein Ehepaar aus Brandenburg, das es wiederum einem eigens gegründeten Förderverein schenkte. Mangels ausreichender Finanzen übergab dann der Verein das Schiff an die Leipziger Erich Liebisch und Martin Schulte, die das Schiff zur Werft nach Dresden-Laubegast verbrachten, die werftmäßige Instandsetzung durchführen ließen und die es unter Mithilfe der Stadt Leipzig, Amt für Stadtsanierung, sowie weiterer Helfer wieder fahrbereit herrichteten.

Seit Pfingsten 1998 hat das Schiff seinen Betrieb, nun auf dem Karl-Heine-Kanal, wieder aufgenommen.

Das Schiff wurde ursprünglich seit Anfang der 1960er Jahre von einem Zweitakt-Gegenkolben-Dieselmotor vom Typ Junkers HK 65 aus dem VEB Dieselkraftmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt angetrieben. Seit der Saison 2007 wird die MS WELTFRIEDEN nunmehr mit einem 48V-Drehstrommotor batterieelektrisch angetrieben.

Der Karl-Heine-Kanal

Dr. Karl Erdmann Heine (1819-1888), geboren in Leipzig, studierte hier Jura und Volkswirtschaft und begann schon in jungen Jahren als Unternehmer mit Bodenspekulation einiges Vermögen zu erwirtschaften. Das versetzte ihn Mitte des vorigen Jahrhunderts in die Lage, seine Kanalpläne eigenständig in die Tat umzusetzen. Dabei ging es um eine Verbindung der zuvor schiffbar gemachten Elster zur Saale für Schiffe mit einer Tragfähigkeit bis zu 150 t. 1856 begannen die Schachtarbeiten an der Nonnenstraße. Insgesamt mußten elf Brücken für Straßen gebaut werden, weitere drei für die Eisenbahn. Die tiefsten Ausschachtungen betragen 14m an der Zschocherschen Straße. Die Grauwacke mußte z.T. durch Sprengungen und Handschachtungen ausgehoben werden. Zu dieser Zeit beschäftigte Heine etwa 500 Arbeiter. Der Aushub wurde zur Baulandgewinung benutzt, so für die heutige Sebastian-Bach-Straße, die Lessingstraße und die Waldstraße.

1863 konnte die König-Johann-Brücke (Zschochersche Straße) über den Kanal ebenso in Anwesenheit des Königs eingeweiht werden, wie 1875 die König-Albert-Brücke (Karl-Heine-Straße).

Nach dem Tode Karl Heines (1888) baute die Westend-Baugesellschaft den Kanal langsam weiter. Sie ließ noch die Saalfelder Brücke errichten und schachtete den Kanal bis kurz vor die Lützner Straße aus. Wegen Differenzen mit der Stadt Leipzig zum Bau der Brücke stellte die Gesellschaft schließlich ihre Tätigkeit 1893 ein. Erst 1898 ist dann die Luisenbrücke doch gebaut worden.

In den dreißiger Jahre ist dann die Kanalidee wieder aufgegriffen worden, 70% der ersten Ausbaustufe waren bis 1942 fertiggestellt worden, bis der Krieg die Fertigstellung endgültig verhinderte.